Vom Out- zum Insider. Von Aussen nach Innen.

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Photo by James Pond on Unsplash

Einst sagten sie, man solle sich anpassen. Zumindest einen Mehrwert für die Gesellschaft bringen, wenn man schon nicht dazugehören könnte. Eine Basis für sein eigenes Existenzrecht schaffen. Und so sein wie sie. Zumindest ein bisschen. Oder wenigstens so tun, als ob man es sei. Wie schlecht fühlte ich mich, wenn ich mal wieder aus dem Raster fiel. Wenn ich von irgendeiner Lusche blossgestellt und kritisiert wurde. Wenn ich wieder und wieder aussen vor war und eigentlich nur dazugehören wollte. Wenn ich einfach nur innen drinnen bei ihnen sein wollte. Wenn ich mich mal wieder fragte, was mit mir nicht ok war und warum ich einfach nicht ich sein durfte. Dinge, die ich als gegeben hinnahm waren für andere Fehler. Für mich waren die Dinge einfach so, wie sie nun einmal waren. Sehr oft hatten nur andere ein Problem mit Dingen, die mein Leben betrafen, nur ich hatte dieses Problem nicht. Ich fand sehr oft die Aufregung um meine Person vollkommen unnötig und wenig nachvollziehbar. Viele Dinge und Eigenschaften, die gar nichts mit mir zu tun hatten, wurden auf mich projiziert. Das kennen sicher einige von euch. Wer ausschert, wird zurückgerufen. Wer anders ist, hat sich anzupassen. Dieses Spiel ist so alt wie die Menschheit. Wird sich das eigentlich jemals ändern? Wird es jemals eine Zeit geben, in der diese sich die Werte verkehren?

Von Aussen nach Innen und von Innen nach Aussen

Ja, das wird es. Und wir sind bereits mitten in der Umbruch-Phase. Jeder will individuell essen, sich individuell kleiden, individuell arbeiten, das Individuelle ist bereits im Außen. Doch wann wird es ins uns sein? Nicht nur indem wir selbst eigen sind, sonders es auch den anderen gestatten. Und nicht nur als aufgesetzte und sich gut verkäufliche Trendkacke. Wann werden wir individuelle Eigenarten von anderen und uns selbst einfach endlich hinnehmen und nicht mehr einordnen wollen? Und mal ganz generell gefragt: Wann hört eigentlich dieser Bewertungswahn auf? Wir bewerten alles: Den Lieferdienst, den Zahnarzt, den Deutschlehrer und die Schwiegermutter. Den Dönerladen, den Club von letzter Nacht und natürlich noch den letzten Lover. Ist eigentlich jeder Mensch nur noch eine Ware?

” ich will nicht sein

so wie ihr mich wollt

ich will nicht ihr sein

so wie ihr mich wollt

ich will nicht sein wie ihr

so wie ihr mich wollt

ich will nicht sein wie ihr seid”

Ernst Jandl

” Mein eigenes Lied”

Sie sagen  ” Erinnert ihr euch an diese alten verrückten Zeiten? In denen die Leute noch verfolgt wurden, weil sie das falsche Geschlecht hatten? Weil sie anders dachten und sprachen als der Rest der Menschen? Unglaublich, dass es das gab. “Ja, sage ich, doch es war mal Teil dieser Welt.” “Unglaublich” sagen sie.

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Photo by Yeshi Kangrang on Unsplash

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