Warum ich keine Lust mehr aufs Modebloggen habe

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Photo by Hipster Mum on Unsplash

Ich denke es wird Zeit, diesen Beitrag hier zu schreiben. Denn wir ihr wisst oder bereit bemerkt haben dürftet, werden die Beiträge auf diesem Blog immer weniger und unregelmäßiger. Der Grund hierfür ist ein sehr simpler: Ich habe einfach keine Lust mehr aufs Bloggen. Ich habe keine Lust mehr auf Fotoshootings, Bildbearbeitung, Instagram Bashing und diese ganze Influencer (verzeiht) Scheisse. Ich will jetzt auch gar nicht herum jammern, was sich alles verändert hat und mich hier als ewig Gestrige inszenieren, denn das bin ich nicht. Ich will nur sagen, dass diese Entwicklung wie sie ist, mir die Freude am Bloggen genommen hat. Die Freude an echten Inhalten. Die Freude an Langsamkeit. Die Freude am gemütlichen Entdecken. Diese Instagram Welt ist einfach nicht meine Welt. Zu schnelllebig, zu oberflächlich und immer nur auf der Suche nach dem nächsten Like und Follower. Instagram ist so wahnsinnig schnell, dass ich nach einer halben Stunde dort herumschauen einfach nur Kopfschmerzen bekomme.  Irgendwie kann ich diese schnelllebigen Informationen dort nicht so verarbeiten, wie ich es mir wünschen würde. Die Stories hingegen schätze ich sehr. Irgendwie finde ich diese realistischer und echter und, sehr wichtig, unterhaltsamer als perfekt inszeniere Bilder die meistens nur Fake und Lame sind. Übrigens wurde letzte Woche ein Artikel von mir genau darüber, wie krank die Digitalisierung die Leute macht, beim Stern veröffentlicht. Jeder hat jetzt einen Modeblog oder ist ein Influencer. Soweit so gut. Doch mir ist das zu viel. Zu wenig speziell. Zu wenig exklusiv. Zu schnell zu bekommen. Und es geht einfach unter: Gute und wertvolle Inhalte, Wertschätzung für viel Arbeit an einem einzigen guten Bild und vieles mehr. Und nein, ich will NICHT jedes fucking Detail meines Privatlebens mit der Öffentlichkeit teilen. Weder mein Liebesleben, noch mein Mittagessen noch jeden Furz Gedanken oder warum DHL wieder blöd war und der Hund jetzt wieder Durchfall hat. Nein. Nein. Nein. Nein. 

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Ich bin jetzt im Oktober seit acht Jahren im Blogger Business dabei. Acht Jahre, in denen ich viel erlebt habe und in denen ich mit irre tollen Leuten arbeiten und mit irre spannenden Marken kooperieren durfte. Ich schreibe diese Worte hier nicht, weil ich den Blog jetzt löschen will. Sondern einfach um mal eine Statement zu setzen, warum das alles nicht mehr wirklich meins ist. Es geht dabei auch nicht darum dass ich “schon” 34 bin. Ich fühle weder alt noch zur Heirat oder Kinderkriegen verpflichtet. Ich will frei, selbstbestimmt und unabhängig sein. Instagram ist ein tolles, spannendes Medium und ich liebe es zu sehen, was meine liebsten Digital People so treiben. Und dennoch trauere ich ein wenig der Zeit hinterher, in denen ich voller Vorfreude Bilder bei Blogger hochgeladen habe und mich über einen einzigen Kommentar den gesamten Tag gefreut habe. Die Zeiten in denen Streetstyle noch Streetstyle ohne Hintergedanken und kein inszenierter Quatsch vor den Fashion Shows war. Die Zeiten, in denen wir uns aufgeregt das erste Mal in Berlin oder Mailand begegneten ohne den anderen abzuscannen und nur mit ihm ihm zu sprechen, wenn er genug Likes und Follower hatte. Ich trauere diesen Zeit hinterher. Und ich finde, dass darf ich auch. Ohne mich alt oder old fashioned oder sonst was zu fühlen. Denn ich habe diese Zeiten erlebt und dafür bin ich sehr sehr dankbar. Manchmal ist es ein großes Geschenk, beim Beginn von etwas Großem dabei sein zu dürfen. Die Vibes die in der Lust liegen zu spüren, zu wissen man ist bei etwas Unerklärlichem dabei ist und Jahre später irgendwann von A – Z alles erklären und fühlen zu können. Danke dafür. Mal sehen, vielleicht überkommt mich bald wieder die Blogger Lust. Sag niemals nie. Denn wer hätte damals gedacht dass wir Teil eines riesigen Medienmaschine werden die heute Milliarden an Umsatz generiert? Ich habe das zumindest nicht kommen sehen. Und vielleicht ist das auch gut so. Happy happy Blogging :)

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Photos: Tapitore Photography

16 KOMMENTARE on Warum ich keine Lust mehr aufs Modebloggen habe

  1. Kristina
    26. September 2017 at 06:50 (3 weeks ago)

    Du hast schon Recht, dass besonders Instagram meist nicht das wirklich Leben zeigt und (wie Blogs auch) immer perfekter und inszenierter wird. Aber du hast ja auf deinen Kanälen, besonders auf dem Blog, die Möglichkeit es anders zu machen und tiefgängigere Artkel zu bieten. Ich finde, einfach weniger zu bloggen, ist da ja nicht zwingend die Lösung. Die Demotivation, die die ganz Entwicklung hin und wieder mit sich bringt, kann ich jedoch gut verstenen.
    Liebe Grüße ♡Kristina
    TheKontemporary

    Antworten
    • admin
      26. September 2017 at 15:19 (3 weeks ago)

      Liebe Kristina,

      das stimmt, nicht bloggen kann keine Lösung sein :) Doch ab und zu mal innehalten und sich fragen, was man eigentlich noch möchte ist denke ich eine gute Grundlage für weitere gute Beiträge.

      Liebe Grüße

      Antworten
  2. Paleica
    26. September 2017 at 08:51 (3 weeks ago)

    das zitat ist super und absolut wahr. ich bin übrigens ein richtiger old-fashioned blogger, mich interessiert es null, wieviele likes jemand hat, aber ich bin ja auch insofern nicht in der maschinerie, als es immer nur ein hobby geblieben ist. instagram macht mir allerdings auch immer weniger spaß und ich habe auch keinen kontakt zur influencer-welt, sondern treibe mich vorrangig da rum, wo privatpersonen etwas von ihnen teilen, ohne dass sie dafür bezahlt werden. alles andere hat lang, lang, jegliche authentizität verloren.

    Antworten
    • admin
      26. September 2017 at 15:20 (3 weeks ago)

      Liebe Paleica,

      das stimmt und das empfinde ich als sehr sympathisch. Und wo treibst Du Dich so herum?

      Liebe Grüße

      Antworten
  3. Lavie Deboite
    26. September 2017 at 10:44 (3 weeks ago)

    Wahre Worte, die ich sehr gut nachvollziehen kann! Auch ich bin mittlerweile 32 und blogge seit 6 1/2 Jahren. Auch ich wollte zwischendurch am Liebsten den Kopf in den Sand stecken weil mir alles zu viel wurde. Ich arbeite gerne mit Firmen zusammen, mache auch liebend gern mein eigenes Ding, aber setze mich auch immer wieder selbst unter Druck. Abgesehen davon meint man auf allen Plattformen präsent sein zu müssen. Eine Sache, die mir schlichtweg zu anstrengend ist. Ich habe einfach keinen Zeit dafür. Die Entwicklung von Instagram finde ich auch sehr bedenklich. Wie viele Gruppen gibt es mittlerweile, die sich gegenseitig Likes schenken um ihren Traffic zu pushen. Das verfehlt für mich irgendwie den Sinn der Plattform. Und auch ich habe oftmals keine Motivation zu shooten, Texte zu schreiben oder Bilder zu bearbeiten. Mittlerweile gönne ich mir hier auch regelmäßig Auszeiten. Sonst geht die Freude am Bloggen wirklich verloren. Das wäre schade, weil ich es ja eigentlich gerne mache.

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    • admin
      26. September 2017 at 15:47 (3 weeks ago)

      Hello,

      dann bist Du ja schon sehr lange dabei :) Ich bin immer gut damit gefahren dass ich nur gebloggt habe wenn ich wirklich Lust dazu hatte. Ich denke nur deshalb bin ich auch schon so lange dabei. Pausen zu machen ist sehr sehr wichtig. Nur dann wirst Du guten und ehrlichen Content produzieren. Lieber Klasse statt Masse. Lieber Qualität statt Quantität. Weiter so :)

      Liebe Grüße

      Antworten
  4. Birgit
    26. September 2017 at 10:49 (3 weeks ago)

    Ich habe 2006 angefangen zu bloggen, dann ein paar Jahre pausiert und gerade wieder angefangen. Das Schlimmste für mich ist der Selfiewahn. Ehrlich: ich finde das unerträglich. Alles nur noch ein Jahrmarkt der Eitelkeiten.

    Ich finds nicht verwerflich, sein Einkommen oder einen Teil davon mit Bloggen etc. zu verdienen, aber etwas dosierter könnte manchen Leuten nicht schaden, das wäre dann glaubhafter.

    Liebe Grüße

    Birgit

    Antworten
    • admin
      26. September 2017 at 15:49 (3 weeks ago)

      Liebe Birgit,

      das sehe ich genauso. Selfies sind nur noch peinlich und nervig, wobei ich natürlich auch ein paar in meinem Instram Profil habe. Es war schon immer ein Jahrmarkt der Eitelkeiten. Schön ist wenn diese Eitelkeiten dennoch mit guten Inhalten verknüpft sind.

      Liebe Grüße

      Antworten
  5. Salvia von Liebstöckelschuh
    26. September 2017 at 16:41 (3 weeks ago)

    Irgendwie beruhigend zu hören, dass es auch anderen so geht. Ich blogge seit April 2008 und finde diesen ganzen Influencer-Zirkus mittlerweile auch mehr als zweifelhaft. Ein Account sieht wie der andere aus, jeder kopiert jeden und jeder versucht, sich seine Likes, Follower und Comments zusammenzubesch**ßen. Das schönste an der Sache ist, dass die Agenturen bei diesem Quatsch mitmachen, denn je mehr Follower, desto mehr Kohle – schon klar ^^
    Es ist mittlerweile wirklich alles sehr beliebig und austauschbar geworden, so dass ich mir schon seit einiger Zeit überlege, was denn eigentlich nach dem bloggen kommt… vielleicht wird wirklich das RealLife der nächste heiße Shice ^^
    LG
    SvL

    Antworten
    • admin
      26. September 2017 at 19:43 (3 weeks ago)

      Liebe Salvia,

      ich kann diesen Instagram Zirkus auch echt nicht mehr ernst nehmen. Ich hoffe dass diese Blase bald platzt und das die Marken aufhören diese Unsummen an Geld zu verbrennen. Ein bisschen mehr Real Life bei Instagram wäre sehr sehr schön.

      Liebe Grüße

      Antworten
  6. Lu
    28. September 2017 at 10:21 (3 weeks ago)

    Hey,
    danke für deinen offenen und ehrlichen Post ♥

    Ich hoffe du freust dich trotzdem wenigstens den halben Tag über (m)einen Kommentar ;)

    Ich wünsche dir das Beste & finde deine Bilder echt klasse!

    Liebste Grüße
    Lu

    https://oceanhippieblog.wordpress.com/

    Antworten
    • admin
      28. September 2017 at 11:56 (3 weeks ago)

      Liebe Lu,

      sehr sehr gerne und natürlich freue ich mich immer noch über einen einzigen Kommentar den gesamten Tag :)

      Liebe Grüße

      Antworten
  7. Julia
    28. September 2017 at 10:41 (3 weeks ago)

    Ein spannender Beitrag. Ich bin absolut kein Modeblogger, komme aus einem anderen Bereich und bin auch ganz froh darüber, da ich so ein wenig drumherum komme, auf den ganzen Like-Hype rund um Instagram und co. aufzuspringen. Das Bloggen bereitet mir auch nach vielen Jahren noch Freude, allerdings unterwerfe ich mich auch keinen Trendthemen sondern orientiere mich einfach an meinen persönlichen Interessen, egal, ob kommerziell interessant oder nicht.

    Einfach nach vorne schauen und nicht so viel zur Seite :)
    Alles Liebe,
    Julia

    Antworten
  8. admin
    28. September 2017 at 12:26 (3 weeks ago)

    Liebe Julia,

    einen sehr spannenden Blog hast Du :) Sich keinen Trendthemen zu unterwerfen ist ein sehr sicherer Weg um am Ball und zeitgemäß zu bleiben, auch wenn dies widersprüchlich klingt. So behält man sich auch die Freude am Schreiben. Der Leser spürt sowieso glücklicherweise ob man Freude an den eigens vertretenen Themen besitzt.

    Liebe Grüße

    Antworten
  9. Sissi
    28. September 2017 at 14:35 (3 weeks ago)

    Liebe Sandra,

    mei, was soll ich als “Digital Native since 1969″ dazu sagen? Ich habe nicht nur die gesamte digitale Revolution hautnah erlebt und sehr aktiv daran teilgenommen, sondern blogge auch, seitdem es Blogs gibt. Wobei ich Blogs anfangs hautsächlich als “aktive Websites” eingesetzt habe. Weg vom Statischen, hin zu mehr Aktion und Reaktion. Mit der aktuellen Blogosphäre hatte das wenig bis nichts zu tun.

    Heute teile ich viele deiner Gedanken und Gefühle. Und habe ebenfalls keine Lust auf diese “schöne neue Welt” vor allem auf Instagram, in welcher der Schein mehr zählt als das Sein. Aber dieses Problem ist hausgemacht. Keiner von uns ist gezwungen, dabei mitzumachen. Das ist ja das Schöne beim Bloggen: Wir können uns unsere Themen und Kanäle frei aussuchen.

    Wenn Instagram dich nervt, kannst du jederzeit dein Profil löschen. Ich habe das zwei Mal auf Facebook gemacht und habe diese Auszeiten genossen. Vielleicht entdeckst du dann ja sogar vollkommen neue Seiten an dir?

    Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass du deinen Spaß am Bloggen nicht verlierst.

    XOXO

    Sissi

    Antworten
    • admin
      29. September 2017 at 12:41 (3 weeks ago)

      Liebe Sissi,

      ich lösche aber bestimmt auch nicht gleich das Profil sondern eher den Inhalt oder setze ihn auf privat. Ich liebe es nämlich bei den Leuten die ich mag und teilweise persönlich kenne ihre Stories zu gucken :)

      Liebe Grüße

      Antworten

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